Aibleck 1756m, Über Augenstein 1584m und den Unzentaler Riedel

16,5km; 1600hm; T4 / II+
28.05.2016

Mal wieder ein “Pausetag” bei dem wir uns beim Karten und Fotostudium nicht sicher waren ob wir uns entweder langweilen, oder ob die Runde nicht viel zu anspruchsvoll für uns ist… Und es wurde ein ordentlicher “Pausetag”…

Vom Parkplatz aus in ein malerisches Tal, wo es erst mal auf kleinen Steigen durch steile Wälder geht. Schon hier gibt es einige Stellen an denen man nicht ausrutschen sollte. Nach einigen Kilometern biegen wir auf ein noch kleineres Steiglein ab und gehen vorbei an einer Diensthütte. Von hier aus weiter auf einem neu angelegtem Steiglein auf den Augenstein. Über Steigspuren entlang des Unzentaler Riedels erreichen wir die nordseitigen Aufschwünge, des von dieser Seite sehr imposanten Aiblecks. Wir hatten uns auf diesem Stück bereits zwei mal überlegt, ob wir nicht besser abbrechen, da sich die Wolken rasant zu verändern begannen. Unserer Einschätzung nach würden uns aber noch mindestens zwei bis drei Stunden bis zum Gewitter bleiben. So haben wir uns zum Glück entschlossen nun den anspruchsvollsten Teil der Tour anzugehen.Wie erwartet ging es dann ordentlich zur Sache. Luftige Kletterei, ausgesetzte Querungen, im Wechsel mit schmalen Gratstücken, und steilen Anstiegen die mit viel Gesuche nach dem besten Weg verbunden waren……und das alles in ziemlich brüchigen Gebrösel.Nur jeder dritte Griff /Tritt ist zu gebrauchen, wackelt nicht oder poltert gleich ins Tal. Endlich am Vorgipfel des Aiblecks angekommen erwartet uns ein einschüchternder Blick auf die letzten Meter bis zum Gipfel..

…Nach kurzer Krisenbewältigung mittels Zuckernachschub sind wir bereit den exponierten, und nach einem brösligen Grat in einer senkrechten Wand endenden Weg auskundschaften. Angesichts des fast schon greifbaren Gipfelkreuzes ist klar das es wohl besser ist weiterzugehen als die vielen hässlich Stellen, die wir bereits hinter uns haben wieder abzuklettern. Zum Glück versteckt sich in der scheinbar unbezwingbaren Steilwand eine zehn bis fünfzehn Meter hohe Rinne. Von unten sah sie nach einem recht gutmütigen I’ er aus, leider entpuppte sie sich dann aber als genauso brüchig wie der ganze Rest. Zudem war die Kletterei recht technisch mit wenig Möglichkeiten an kleinen Auflegern. Also doch eher II+ als I… Endlich am kleinen Gipfel des Aibleck angekommen waren wir dann heilfroh den für uns unmöglich scheinenden Gipfel versucht und doch geschafft zu haben. Alles in allem eine riesen Gaudi, auch wenn man sich die meiste Zeit keine Fehler erlauben durfte. Auch das Wetter war uns weiterhin wohlgesonnen, und es sah immer noch so aus als würde uns das Gewitter wohl erst erwischen wenn wir längst wieder im Wald wären. So kam es dann auch. Erst im letzten drittel des Abstieges fing es dann hinter uns an ordentlich zu rumpeln und die letzten fünfzehn Minuten durften wir dann sogar noch die Regenjacken auspacken.

…Wiedermal ein Traumtag in einer perfekt eingespielten Seilschaft die auch kleine Krisen am Berg souverän zu meistern weis!