30.09 – 15.09 Ende Gelände, aus, Schluß, vorbei, Ende!! 🙁

Als nächstes Ziel wollen wir in das Massiv des Hochschwab aufsteigen. Dort gibt es laut Karte eine gute Möglichkeiten durchzukommen. Wir haben außerdem von ein paar Ortsansässigen gehört, dass die Almen dort früher mit Maultieren versorgt wurden. Das sollte dann für unsere beiden auch gut zu machen sein.

Nach einem weiteren Tag sind wir endlich wieder unterwegs in die Berge! Aisches Füßen geht es dank der Einlagen wieder besser, und auch Shina ist wieder besser drauf. So steigen wir über eine Forststraße, die sich durch eine abenteuerlich aussehende Steilwand schlängelt, zur Sonnschienalm auf. Oben angekommen sorgen wir wie immer für eine Menschenansammlung. Unter ihnen ist auch ein besonders netter und uriger Mann mit wallendem weißem Bart der selber einmal einen Esel hatte und sich sofort in Aische verliebt. Er hat hier über den Sommer eine kleine Alm gepachtet, und ist somit unser erster Ansprechpartner was die Übernachtungsmöglichkeiten angeht. Aber diesmal scheint es wirklich schwierig zu sein…. Die Jäger hier sind total unleidig weil sie Unsummen für einen Abschuss zahlen und Übermorgen, am Tag nach dem Almabtrieb, ist die Jagdsaison eröffnet und somit alles was sich bewegt zum Abschuss freigegeben. Für einen kapitalen Hirsch bis zu 100.000€ wie man uns sagt. Den Jäger haben wir bereits im Tal beim Kaffee trinken kennengelernt. Noch bevor wir von seinem Beruf und seiner Schießwütigkeit erfahren haben war er uns äußerst unsympathisch. Außer dummen und unqualifizierten Kommentaren zu unserer Tour und anzüglichen Bemerkungen Don gegenüber war nicht viel mit ihm anzufangen. Als sie nun auf der Sonnschienalm nach den zuständigen Jäger sucht landet sie bei ihm und seinen drei Rentner-Saufkumpanen.

Ich kann froh sein das ich nicht dabei war, sonst hätte es wohl möglich ein Unglück gegeben. Nach allem was Don mir erzählt hat versuchten sich alle 4 mit anzüglichen und perversen Sprüchen zu übertrumpfen. So was kommt wohl dabei raus wenn man nichts in der Hose hat und versucht es mit einer dicken Knarre und einem Hirschgeweih über dem Kamin zu kompensieren. Da in dieser Gegend die Jägerlobby das sagen hat bleibt nicht viel Platz für etwas das man nicht über den Haufen schießen kann. In manchen Gegenden ist es in Jagdsaison sogar verboten sich nach 17.00 im Wald aufzuhalten, damit die Jäger freies Schussfeld haben. Sie wollen keine Leute die leise und gesittet durch die Wälder wandern und damit ihr Wild aufschrecken. Sie bevorzugen es die Tiere selber mit den laut heulenden Motoren ihrer Jeeps in Angst und Schrecken zu versetzen. Um aber nicht die ganze Berufssparte zu verteufeln muss ich hier nochmal betonen das wir auf unserer Reise auch viele vernünftige Jäger kennengelernt haben die sich um Ihren Wald und die Tiere sorgen und sich als regulierender Bestandteil der Natur sehen.

Dank des morgigen Almabriebes ist hier nirgends ein Platz zu finden an dem wir nicht von Rinderherden überrannt werden. Nach langem und erfolglosem Gesuche landen wir schließlich wieder bei unserem uriger Ansprechpartner Helli. Er bietet uns und unseren Tieren an, auf dem zimmergroßen, umzäunten Stückchen Wiese vor seiner Alm übernachten. Auch wenn wir in der kleinen Einfahrt alle kaum Platz haben, bleibt uns keine andere Wahl. Helli und seine Familie passen auf ca. 20 Kühe auf und haben ein paar Betten für Gäste. Nachdem wir abgesattelt haben und die Tiere und unser Gepäck auf kleinstem Raum verstaut haben werden wir als erstes auf Kaffee und Kuchen eingeladen, und müssen Helli und seinen Gästen von unserer Reise berichten. Das Platzangebot ist zwar bescheiden, aber wir fühlen uns bei Helli und seiner Familie auf Anhieb wie Zuhause. Leider ( natürlich nur für uns) ist es üblich das der Almabtrieb ausgiebig gefeiert wird, und man bereits am Vorabend ausgiebig mit allen Beteiligten trinkt. So erwartet Helli für diese Nacht etwa 20 Leute, und es ist zu erwarten, dass alles mit viel Schnaps, Gelächter und wenig Schlaf endet. Gegen Nachmittag sollten eigentlich die Helfer von Helli auf der Alm ankommen um die Kühe einzusammeln und in den Stall zu treiben. Doch diese hängen anscheinend noch auf einer Nachbaralm fest und müssen erst mal ihr Bier austrinken. Also machen wir uns auf die Socken um die Kühe einzusammeln. Zu Hellis erstaunen schaffen wir es zusammen mit seiner Tochter mühelos die Herde bis vor den Stall zu treiben. Dort sollen sie erst mal bleiben bis die Helfer da sind. Das tun sie natürlich nicht. Diese Tatsache verschafft uns später das Vergnügen zuzusehen wie eine Bande betrunkener und grölender Jugendlicher versucht die Herde erneut einzusammeln und in den Stall zu treiben. Als es dunkel wird und immer noch 5 Kühe fehlen geben sie auf und beschließen das Problem auf Morgen zu vertagen. Den Rest des Abends wird fleißig gefeiert. Wie so oft endet es auch für uns sehr feucht-fröhlich und wir landen mal wieder die Küche des Hausherren. Als wir uns endlich zur Ruhe begeben, geht auf den Almen ringsum die Party grade erst richtig los. Wir quetschen uns neben unsere Huftiere auf den Rasen, die sichtlich froh sind dass wir bei all dem Lärm und den vielen Leuten direkt neben ihnen schlafen. Das ist auch gut so, immer wieder torkeln Betrunkene vorbei die es gar nicht fassen können hier einen Esel und ein Maultier zu finden. Noch weniger können sie es fassen, dass da einfach so 2 Leute bei der Eiseskälte unter freiem Himmel schlafen.

Nach einer unruhigen Nacht mit kaum Schlaf wollen wir eigentlich dringend los, aber das einzig vernünftige ist es zu warten bis die vielen Kuhherden weg sind. Wir haben wenig Lust uns eingepfercht zwischen lauter überdrehten Kühen und mit einem, wegen eben dieser Kühe, durchdrehendem Maultier ins Tal zu drängeln. Auch hier macht uns Helli die Entscheidung leicht. Wir werden mit den Resten des Abendessens versorgt, kriegen eine Wochenration selbstgemachten Strudel eingepackt, und müssen uns ernsthaft wehren um nicht mehr Vorräte mitnehmen zu müssen als wir tragen können.

Gegen Mittag ist es dann endlich soweit das wir los können. Die Infos über die Wege haben sich mal wieder als hinfällig herausgestellt. Der alte Maultiersteig wurde längst von einem Erdrutsch ins Tal gerissen, und die anderen Wege sind alle mit den Tieren nicht machbar. Also müssen wir mal wieder umkehren und den selben Weg absteigen. So machen wir uns nach einem herzlichen Abschied auf den Weg in Richtung Eisenerz. Auf dem Weg ins Tal geht es wegen des Almabtriebes entsprechend zu. Alles ist voll mit Touristen die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Da wir ja schon in Bulgarien etwas genervt waren wegen der ganzen Massen die uns Fotografieren wollen, und das in Österreich nochmal um einiges mehr wurde, haben wir beschlossen dass wir auch etwas davon haben wollen. Erstens kostet es einfach irrsinnig viel Zeit wenn man zig male am Tag anhält, sich unterhält, und dann noch für ein paar Fotos posiert und zweitens war es uns in Bulgarien nicht sonderlich geheuer das Fotos von uns durchs Internet geistern und Leute wetten abschließen wann wir wo sind. So kam uns die Idee die Leute im Gegenzug für ein paar Fotos um eine kleine Futterspende für die Tiere zu bitten. An diesem Tag sollte sich das richtig lohnen. Auf dem Weg nach Unten hatten wir schon 30 € beisammen. Im Tal mussten wir dann an der Festwiese, auf der der Almabtrieb gefeiert wurde vorbei und eine knappe halbe Stunde später hatten uns die Leute weit über 100€ gespendet. Schon ist einer von den vier neuen Hufschuhen für Aische bezahlt.

Da das ganze Tal mit Menschen und Kühen überfüllt ist müssen wir mal wieder einen langen Tag einlegen und auf der anderen Talseite wieder aufsteigen. Nach einem harten Tag mit über 20km und knappen 1000hm runter und wieder rauf sowie einigen äußerst steilen und anspruchsvollen Passagen sind wir alle noch erstaunlich fit. Bis auf Aische. Der armen tun sichtlich die Füße weh.Wir machen uns ernsthafte Sorgen! Als wir am nächsten Morgen weiterziehen wollen ist Aische zu keinem Schritt zu bewegen. Die arme muss sich die Hufe geprellt haben. Ein Telefonat mit unserem Tierarzt erhärtet den Verdacht auf eine Huflederhautentzündung. Auf jeden Fall sind jetzt erstmals ein paar Tage Pause für die armen Eselhufe angesagt. Die verdammten Hufschuhe!! Die Einlagen haben wohl auf den endlosen Schotterwegen die wir Heute laufen mussten nicht ausreichend gepolstert. Zum Glück sind die neu bestellten Hufschuhe endlich daheim in Deutschland angekommen. Jetzt muss ich nur noch eine Adresse hier in der Gegend organisieren an die sie dann weiterschickt werden können. Gleich beim ersten Versuch habe ich Glück und habe die äußerst hilfsbereite Wirtin eines Gasthofes im Tal am Telefon. Alles kein Problem! Sie wird uns sogar anrufen wenn die Schuhe geliefert werden. Wir beschließen uns in der Nähe der Leobener Hütte einen Platz zu suchen wo wir ein paar Tage bleiben können. Ein Stück hinter der Hütte finden wir den Kessel eines kleinen alten Tagebaus. Er liegt versteckt im Hang, bietet genug Platz, einen geraden Schlafplatz, und ausreichend Schutz vor Gewittern. Außerdem wird uns mein guter Freund Daniel für ein paar Tage besuchen, und dies ist ein gutes Basislager um mit ihm ein bisschen in die Berge zu gehen.

Sprüche aus dem Alltag, Gerichtet an Julian oder Eische:
“Ich glaube deine Füße faulen!”

Am nächsten Vormittag ist er nach 5 langen Stunden fahrt bei uns. Wie alle anderen Besucher bringt er massenweise Nachschub mit. Selbst gemachte und äußerst leckere Müslirigel, Medizin für alle kranken, und vor allem den nächsten Schwung Kompasskarten. Die Karten die wir früher so oft wegen ihrer Ungenauigkeit und Detaillosigkeit verflucht haben erschlagen uns jetzt mit einer Fülle an Information und Genauigkeit. In Bulgarien musste ich ja, bis auf wenige Stellen, mit einer 30 Jahre alten, handgezeichneten Karte navigieren. Wie das nach so langer Zeit ist, wurden dort verzeichnete Wege immer wieder verlegt. Man konnte sich zwischen uralten und fast völlig verblassten, noch einigermaßen sichtbaren, etwas neueren, und fast frischen Markierungen Wegmarkierungen entscheiden. Wobei das noch lange nicht hieß dass die Markierungen auch tatsächlich zu unserem Weg gehören Auch für`s GPS war keinerlei vernünftiges Kartenmaterial zu bekommen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase war dann mein Orientierungssinn zuverlässiger als jede verfügbare Navigationshilfe. Die einzige Straßenkarte von Bulgarien, im Maßstab 1: 500 000, in Verbindung mit der Basiskarte des GPS waren die brauchbarste und zuverlässigsten Hilfen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, was für ein Segen doch eine halbwegs genaue Landkarte ist. Mann weiß wo Wasser ist, wie steil die Wege etwa sind, wo man Weiden finden kann und man kann sogar Entfernungen abschätzen! Wären uns nicht all die Schranken und Zäune im Weg (die leider auf keiner Karte zu finden sind 😉 könnten wir hier in Österreich endlich mal vernünftig unsere Route und Etappen planen;)

Nach einer kurzen Mittagspause starten Daniel und ich zu einem kleinen Spaziergang in Richtung der nächsten Gipfel. Die arme Don ist ein wenig Erkältet und wird das Lager und die Tiere hüten. Endlich kann ich mich mal wieder ein bisschen austoben und die Gipfel besteigen die ich sonst nur sehnsüchtig von unten bewundern durfte. Plaudernd und lachend schlendern wir in Richtung des Gipfels des Hochturm. Ich genieße es sehr Nachrichten und Klatsch aus der Heimat zu hören, und auch selber mal ausgiebig von unseren Abenteuern und Problemen zu berichten. Nachdem wir etwa 2 Stunden dem Grat gefolgt sind sitzen wir auch schon bei einer gemütliche Gipfeljause. werden Verwundert werden wir von Touristen beäugt als ich Daniel ein paar Anekdoten von Unterwegs erzähle. Dann geht es auch schon wieder in Richtung Lager, und ich muss erfreut feststellen das ich das erste mal in all den Jahren körperlich fit genug bin um mit Daniel, dem alten Karwendelfuchs mitzuhalten. Das wäre nach dem letzten halben Jahr mit den vielen hundert Kilometern auch eine Schande wenn dem nicht so wäre.

Nach Knappen 4 Stunden sind wir auch schon wieder am Lager und verbringen den Rest des Abends in gemütlicher Runde. Da wir wohl noch einige Tage auf die Hufschuhe warten müssen, und Don sich immer noch nicht besser fühlt, drehen Daniel und ich am nächsten Tag nochmal eine kleine Runde. Nachdem wir alle erst mal richtig ausgeschlafen haben, geht es gemütlich los in Richtung Grießmauer deren imposante Grattürme ein paar hundert Meter hinter unserem Lager aufragen. Nach kurzen Aufstieg verlassen wie die Weiden und begeben uns ich eine fantastische Felslandschaft. Überall um uns herum ragen steile Felswände und Zinnen auf während wir durch eine karstige Mondlandschaft wandeln. Vom Gipfel der Griesmauer aus haben wir eine überwältigende Aussicht. Von hier aus kann ich Daniel die Strecke, die wir die letzten Tage zurückgelegt haben zeigen, und auch in Richtung Westen ist unser geplanter Weg gut auszumachen. Leider brauen sich bereits die ersten dicken Wolkentürme zusammen die auf die angekündigte Kaltfront schließen lassen. Wir noch einen kleinen Abstecher zur TAC-Spitze, und spätestens auf den wenigen Metern Klettersteig zum Gipfel wird klar das ich alles andere als trainiert bin was die Höhe uns Ausgesetztheit angeht. Daniel kraxelt munter mit einer Hand den Klettersteig rauf während er mit der anderen filmt, und ich stelle mich an als hätte ich das erste mal in meinem Leben Fels in den Fingern. Am Gipfel angekommen machen wir uns Angesichts der drohenden Gewitterwolken wieder recht schnell auf den Heimweg. Auf dem Weg sticht Daniel noch ein ca. 25m hoher Felsturm ins Auge! Seine Unruhe ist nicht zu übersehen. Der Wahnsinn in seinen Augen verrät: “Ich muss da rauf! Und zwar sofort!“ Die Bohrhaken am Fels mahnen dass ein Seil eine gute Idee wäre…aber das kratzt Daniel wenig. Keine 3 Minuten später ist er auch schon oben, und richtet sich in heroischer Pose auf der winzigen Spitze der Zinne auf. „Ja Schieße wie komm ich da jetzt wieder runter?“ grummelt Daniel, und klettert souverän fluchend wieder runter.

Grade noch rechtzeitig sind wir wieder am Lager. Wir sitzen im „sicheren“ Zelt als um uns herum das Gewitter losbricht und Hagel auf unser Zelt prasselt. Daniel muss am nächsten Tag wieder den Heimweg antreten. Auch wir werden ins Tal absteigen um nicht von dem angekündigten Wintereinbruch in den Bergen erwischt zu werden. Die arme Aische beschwert sich noch immer über ihre wehen Hufe und ist kaum dazu zu bewegen sich von der Stelle zu rühren. So benötigen wir für den Abstieg, den Daniel in 45 Minuten rauf wärts gejoggt ist, glatt über 3 Stunden. Als wir Daniel verabschiedet haben gilt es einen Platz zu finden wo wir den erwarteten Wintereinbruch aus sitzen, auf die Hufschuhe warten und Aische eine weitere Erholungspause gönnen können. Wie üblich gestaltet sich die Suche äußerst langwierig. Den ganzen Tag schüttet es schon wie aus Kübeln. Die bisher so sommerlichen Temperaturen liegen selbst hier im Tal nur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Wehrend wir also verzweifelt bei diesem Sauwetter die Gegend durchstreifen landen wir letztlich bei der großen Talstation einer Skiaren. Eine überaus nette und hilfsbereite Mitarbeiterin telefoniert Stundenlang ihren Vorgesetzten hinterher bis wir das Ok bekommen ein paar Tage auf einer Skipiste zu Zelten. Durchnässt bis auf die Knochen kriechen wir schlotternd in unsere nassen Schlafsäcke und grübeln über das weitere vorgehen. Schließlich organisieren einen Tierarzt der sich am nächsten Tag Aisches Hufe anschauen soll. Wir befürchten mittlerweile das schlimmste und ein Telefonat mit unserem Tierarzt Zuhause verschlimmert unsere Sorgen. Im schlimmsten Fall hat der arme Esel eine Huflederhautentzündung und das hieße Mindestens 3-4 Wochen Pause, und wir wollen gar nicht daran denken, dass das wahrscheinlich das Ende unserer Tour bedeuten würde. Während wir versuchen unsere aufgewühlten Gemüter zu beruhigen und endlich ein wenig Schlaf zu finden, wandelt sich das laute prasseln des Regens auf unserem Zelt in das leise rieseln von Schneeflocken. Auch der Sturm der laut knatternd an der Zeltplane gerüttelt hat legt sich langsam, und wir sinken endlich in tiefen Schlaf. Aber nur kurz.

Don wacht verwundert auf, sie hat das Gefühl es würde eine kiloschwere und eiskalte Last auf ihrer Brust ruhen. Bei dem Versuch sich Aufzurichten stößt sie mit dem Kopf unvermittelt an die nasse und Bleischwere Zeltdecke direkt vor ihrem Gesicht. Es dauert bis sie begreift was los ist…Das Zelt ist unter einer dicken Schicht von schwerem Nassschnee über uns zusammengebrochen! Erstaunlicherweise lässt sich ein Großteil des Schnees einfach abschütteln und das Zelt steht wieder. Längst bin auch ich hellwach. Durchgefroren quäle ich mich in meine nassen Klamotten und grabe mich zum Ausgang des immer noch etwas deformierten Zelts. Sofort beginne ich unser heiliges Zuhause auszugraben, und siehe da, als ich es von den schlimmsten Schneemassen befreit habe, federt das Zelt in die Höhe und steht fast wieder wie neu da. Allerdings hat es alle Heringe raus gerissen und einige verbogen. Nachdem ich alles wieder in Ordnung gebracht habe, krieche ich bis zum nächsten mal Schneeräumen wieder in meinen nassen Schlafsack.

Am nächsten Morgen erwartet uns eine tiefverschneite Winterlandschaft vor unserem Zelt. Während wir voller Sorge auf den Tierarzt warten wandelt sich der Schnee wieder in Regen und es beginnt die eingeschneiten Weiden wieder freizutauen. Weiter oben in den Bergen schneit es hingegen kräftig weiter. Gegen Mittag ist es dann soweit, der Tierarzt kommt mit seinem Geländewagen die Piste herauf geschaukelt. Nachdem wir ihm erneut über unser Vorhaben informiert haben, am Telefon hat er wohl gedacht er hätte sich verhört, beginnt er mit der eingehenden Untersuchung von Aisches Hufen. Das tapfere Eselchen lässt die sichtlich unangenehme Prozedur brav über sich ergehen. Dann bekommen wir die ernüchternde Diagnose. Huflederhautentzündung. Mindestens 1-2 Wochen in die Box, dick einstreuen damit sie weich steht, und das sie wieder mit Gepäck laufen kann wird frühestens in 4 Wochen der Fall sein! Niedergeschlagen verkriechen wir uns ins Zelt und beraten welche Optionen uns jetzt noch bleiben. Hier mitten auf der Skipiste können wir wohl kaum die nächsten 4 Wochen verbringen und in für die humpelnde Aische, erreichbarer Nähe gibt es auch keine alternative Möglichkeit unterzukommen. Selbst wenn wir einen Stall finden sollten der uns aufnimmt, müssten wir selber auch noch irgendwo unterkommen. Wenn wir nicht geduldig sind und zu früh wieder loszulaufen, würde es mit Aisches Hufen sofort wieder losgehen. In diesem Fall würde die Zwangspause wahrscheinlich sogar länger ausfallen als die erste. So kommt es überhaupt nicht in Frage irgendwas zu überstürzen. Solang sie nicht mit Sicherheit wieder Schmerzfrei ist, und auch bleibt, wollen wir es ihr nicht zumuten auch nur einen Kilometer zu laufen. Auch Zeitlich wird es langsam eng. Der erste Wintereinbruch hat uns ja grade erwischt. Wenn wir in einem Monat erst weiterkommen, erwischt uns mit Sicherheit der Winter in den Bergen und dann wäre es fraglich ob wir dann überhaupt noch über die Alpen kommen. Von den mittlerweile knappen Finanzen einmal ganz abgesehen. So sehr wir uns auch sträuben, es bleibt nur eine einzige Möglichkeit. Wir müssen uns einen Transport nach Hause organisieren! Aus,Ende und Vorbei! Und alles nur wegen der VERDAMMTEN HUFSCHUHE!! Und der bescheidenen Beratung von „Experten“ die uns klarmachen wollten das Pantoffeln perfekt fürs Gebirge sein!

Verzweifelt rufen wir in Deutschland an, und haben wenigstens das Glück das wir es auf Anhieb schaffen einen Pferdeanhänger zu organisieren, und meine Mutter uns schon am nächsten Tag abholen kann.

Das ist die bitterste Pille der gesamten Tour. Nach all den Schwierigkeiten die wir das letzte halbe Jahr gemeistert haben können wir es nicht fassen dass dies das Ende unserer Reise bedeutet. Auch dass wir die Personalwaschräume der Liftstation nutzen dürfen um unsere Sachen zu trockenen und eine heiße Dusche zu nehmen, kann uns nicht im geringsten aufmuntern. Zu tiefst Deprimiert verbringen wir den restlichen Tag im Zelt und versuchen unseren Frust mit unserem sonst so eisern rationierten Obstler zu ertränken. Früh am nächsten Morgen weckt uns die Sonne die die verschneiten Berggipfel um uns herum in blutiges Rot taucht. Widerwillig beginnen wir unsere Sachen transportfähig zu machen. Auch die neuen Hufschuhe sind endlich da, na toll! Der liebenswerte Gastwirt zu dem wir sie haben schicken lassen bringt sie uns als er von unserer Misere erfährt sogar bis an die Talstation. Gegen Mittag kommt dann Dani bei uns an , die uns unsere ganze Reise so Heldenhaft von Zuhause aus organisatorisch unterstützt hat, und wir beginnen mit dem Verladen. Mit Mühe und Not schaffen wir es die knapp 160 Kg Ausrüstung, die Huftiere, die Hunde und uns auf Hänger und Auto aufzuteilen, und fahren mit unseren dicken Rucksäcken auf dem Schoß in Richtung Heimat. Eigentlich hatten wir von einem pompösen Einzug mit Blasmusik und allem drum und dran in unserem Heimatdorf geträumt, stattdessen werden wir uns nun klammheimlich und niedergeschlagen in das normale Leben einreihen. Knappe 8 Stunden später sind wir dann sehr plötzlich wieder Zuhause.

Trotz des plötzlichen Endes freuen wir uns doch auch ein wenig auf die Annehmlichkeiten des „Zivilisierten“ Lebens…Klo, Dusche, Küche, Fernseher….der ganz normalen Wahnsinn. Auch die beiden Hunde sind sichtlich froh und erleichtert wieder in ihrem vertrauten Revier zu sein. Sie begrüßen ihr Zuhause mit lautem gekläffe und einem ausgiebigem Raser. Unter den neugierigen Blicken der Nackenberg-Herde bringen wir unsere 2 Huftiere in ihr neues Zuhause, um dann selber im eigenem Bett zusammenzubrechen.

Lieblingswörter der Reise:
Verdammt, Pause, katastophiert, Hunger, lecker, Stoj (bleib stehen)…..

Am nächsten Vormittag ist er nach 5 langen Stunden fahrt bei uns. Wie alle anderen Besucher bringt er massenweise Nachschub mit. Selbst gemachte und äußerst leckere Müslirigel, Medizin für alle kranken, und vor allem den nächsten Schwung Kompasskarten. Die Karten die wir früher so oft wegen ihrer Ungenauigkeit und Detaillosigkeit verflucht haben erschlagen uns jetzt mit einer Fülle an Information und Genauigkeit. In Bulgarien musste ich ja, bis auf wenige Stellen, mit einer 30 Jahre alten, handgezeichneten Karte navigieren. Wie das nach so langer Zeit ist, wurden dort verzeichnete Wege immer wieder verlegt. Man konnte sich zwischen uralten und fast völlig verblassten, noch einigermaßen sichtbaren, etwas neueren, und fast frischen Markierungen Wegmarkierungen entscheiden. Wobei das noch lange nicht hieß dass die Markierungen auch tatsächlich zu unserem Weg gehören Auch für`s GPS war keinerlei vernünftiges Kartenmaterial zu bekommen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase war dann mein Orientierungssinn zuverlässiger als jede verfügbare Navigationshilfe. Die einzige Straßenkarte von Bulgarien, im Maßstab 1: 500 000, in Verbindung mit der Basiskarte des GPS waren die brauchbarste und zuverlässigsten Hilfen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, was für ein Segen doch eine halbwegs genaue Landkarte ist. Mann weiß wo Wasser ist, wie steil die Wege etwa sind, wo man Weiden finden kann und man kann sogar Entfernungen abschätzen! Wären uns nicht all die Schranken und Zäune im Weg (die leider auf keiner Karte zu finden sind 😉 könnten wir hier in Österreich endlich mal vernünftig unsere Route und Etappen planen;)

Nach einer kurzen Mittagspause starten Daniel und ich zu einem kleinen Spaziergang in Richtung der nächsten Gipfel. Die arme Don ist ein wenig Erkältet und wird das Lager und die Tiere hüten. Endlich kann ich mich mal wieder ein bisschen austoben und die Gipfel besteigen die ich sonst nur sehnsüchtig von unten bewundern durfte. Plaudernd und lachend schlendern wir in Richtung des Gipfels des Hochturm. Ich genieße es sehr Nachrichten und Klatsch aus der Heimat zu hören, und auch selber mal ausgiebig von unseren Abenteuern und Problemen zu berichten. Nachdem wir etwa 2 Stunden dem Grat gefolgt sind sitzen wir auch schon bei einer gemütliche Gipfeljause. werden Verwundert werden wir von Touristen beäugt als ich Daniel ein paar Anekdoten von Unterwegs erzähle. Dann geht es auch schon wieder in Richtung Lager, und ich muss erfreut feststellen das ich das erste mal in all den Jahren körperlich fit genug bin um mit Daniel, dem alten Karwendelfuchs mitzuhalten. Das wäre nach dem letzten halben Jahr mit den vielen hundert Kilometern auch eine Schande wenn dem nicht so wäre.

Nach Knappen 4 Stunden sind wir auch schon wieder am Lager und verbringen den Rest des Abends in gemütlicher Runde. Da wir wohl noch einige Tage auf die Hufschuhe warten müssen, und Don sich immer noch nicht besser fühlt, drehen Daniel und ich am nächsten Tag nochmal eine kleine Runde. Nachdem wir alle erst mal richtig ausgeschlafen haben, geht es gemütlich los in Richtung Grießmauer deren imposante Grattürme ein paar hundert Meter hinter unserem Lager aufragen. Nach kurzen Aufstieg verlassen wie die Weiden und begeben uns ich eine fantastische Felslandschaft. Überall um uns herum ragen steile Felswände und Zinnen auf während wir durch eine karstige Mondlandschaft wandeln. Vom Gipfel der Griesmauer aus haben wir eine überwältigende Aussicht. Von hier aus kann ich Daniel die Strecke, die wir die letzten Tage zurückgelegt haben zeigen, und auch in Richtung Westen ist unser geplanter Weg gut auszumachen. Leider brauen sich bereits die ersten dicken Wolkentürme zusammen die auf die angekündigte Kaltfront schließen lassen. Wir noch einen kleinen Abstecher zur TAC-Spitze, und spätestens auf den wenigen Metern Klettersteig zum Gipfel wird klar das ich alles andere als trainiert bin was die Höhe uns Ausgesetztheit angeht. Daniel kraxelt munter mit einer Hand den Klettersteig rauf während er mit der anderen filmt, und ich stelle mich an als hätte ich das erste mal in meinem Leben Fels in den Fingern. Am Gipfel angekommen machen wir uns Angesichts der drohenden Gewitterwolken wieder recht schnell auf den Heimweg. Auf dem Weg sticht Daniel noch ein ca. 25m hoher Felsturm ins Auge! Seine Unruhe ist nicht zu übersehen. Der Wahnsinn in seinen Augen verrät: “Ich muss da rauf! Und zwar sofort!“ Die Bohrhaken am Fels mahnen dass ein Seil eine gute Idee wäre…aber das kratzt Daniel wenig. Keine 3 Minuten später ist er auch schon oben, und richtet sich in heroischer Pose auf der winzigen Spitze der Zinne auf. „Ja Schieße wie komm ich da jetzt wieder runter?“ grummelt Daniel, und klettert souverän fluchend wieder runter.

Grade noch rechtzeitig sind wir wieder am Lager. Wir sitzen im „sicheren“ Zelt als um uns herum das Gewitter losbricht und Hagel auf unser Zelt prasselt. Daniel muss am nächsten Tag wieder den Heimweg antreten. Auch wir werden ins Tal absteigen um nicht von dem angekündigten Wintereinbruch in den Bergen erwischt zu werden. Die arme Aische beschwert sich noch immer über ihre wehen Hufe und ist kaum dazu zu bewegen sich von der Stelle zu rühren. So benötigen wir für den Abstieg, den Daniel in 45 Minuten rauf wärts gejoggt ist, glatt über 3 Stunden. Als wir Daniel verabschiedet haben gilt es einen Platz zu finden wo wir den erwarteten Wintereinbruch aus sitzen, auf die Hufschuhe warten und Aische eine weitere Erholungspause gönnen können. Wie üblich gestaltet sich die Suche äußerst langwierig. Den ganzen Tag schüttet es schon wie aus Kübeln. Die bisher so sommerlichen Temperaturen liegen selbst hier im Tal nur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Wehrend wir also verzweifelt bei diesem Sauwetter die Gegend durchstreifen landen wir letztlich bei der großen Talstation einer Skiaren. Eine überaus nette und hilfsbereite Mitarbeiterin telefoniert Stundenlang ihren Vorgesetzten hinterher bis wir das Ok bekommen ein paar Tage auf einer Skipiste zu Zelten. Durchnässt bis auf die Knochen kriechen wir schlotternd in unsere nassen Schlafsäcke und grübeln über das weitere vorgehen. Schließlich organisieren einen Tierarzt der sich am nächsten Tag Aisches Hufe anschauen soll. Wir befürchten mittlerweile das schlimmste und ein Telefonat mit unserem Tierarzt Zuhause verschlimmert unsere Sorgen. Im schlimmsten Fall hat der arme Esel eine Huflederhautentzündung und das hieße Mindestens 3-4 Wochen Pause, und wir wollen gar nicht daran denken, dass das wahrscheinlich das Ende unserer Tour bedeuten würde. Während wir versuchen unsere aufgewühlten Gemüter zu beruhigen und endlich ein wenig Schlaf zu finden, wandelt sich das laute prasseln des Regens auf unserem Zelt in das leise rieseln von Schneeflocken. Auch der Sturm der laut knatternd an der Zeltplane gerüttelt hat legt sich langsam, und wir sinken endlich in tiefen Schlaf. Aber nur kurz.

Sprüche aus dem Alltag:
Nützt ja nichts! (… da müssen wir durch!)

Don wacht verwundert auf, sie hat das Gefühl es würde eine kiloschwere und eiskalte Last auf ihrer Brust ruhen. Bei dem Versuch sich Aufzurichten stößt sie mit dem Kopf unvermittelt an die nasse und Bleischwere Zeltdecke direkt vor ihrem Gesicht. Es dauert bis sie begreift was los ist…Das Zelt ist unter einer dicken Schicht von schwerem Nassschnee über uns zusammengebrochen! Erstaunlicherweise lässt sich ein Großteil des Schnees einfach abschütteln und das Zelt steht wieder. Längst bin auch ich hellwach. Durchgefroren quäle ich mich in meine nassen Klamotten und grabe mich zum Ausgang des immer noch etwas deformierten Zelts. Sofort beginne ich unser heiliges Zuhause auszugraben, und siehe da, als ich es von den schlimmsten Schneemassen befreit habe, federt das Zelt in die Höhe und steht fast wieder wie neu da. Allerdings hat es alle Heringe raus gerissen und einige verbogen. Nachdem ich alles wieder in Ordnung gebracht habe, krieche ich bis zum nächsten mal Schneeräumen wieder in meinen nassen Schlafsack.

Am nächsten Morgen erwartet uns eine tiefverschneite Winterlandschaft vor unserem Zelt. Während wir voller Sorge auf den Tierarzt warten wandelt sich der Schnee wieder in Regen und es beginnt die eingeschneiten Weiden wieder freizutauen. Weiter oben in den Bergen schneit es hingegen kräftig weiter. Gegen Mittag ist es dann soweit, der Tierarzt kommt mit seinem Geländewagen die Piste herauf geschaukelt. Nachdem wir ihm erneut über unser Vorhaben informiert haben, am Telefon hat er wohl gedacht er hätte sich verhört, beginnt er mit der eingehenden Untersuchung von Aisches Hufen. Das tapfere Eselchen lässt die sichtlich unangenehme Prozedur brav über sich ergehen. Dann bekommen wir die ernüchternde Diagnose. Huflederhautentzündung. Mindestens 1-2 Wochen in die Box, dick einstreuen damit sie weich steht, und das sie wieder mit Gepäck laufen kann wird frühestens in 4 Wochen der Fall sein! Niedergeschlagen verkriechen wir uns ins Zelt und beraten welche Optionen uns jetzt noch bleiben. Hier mitten auf der Skipiste können wir wohl kaum die nächsten 4 Wochen verbringen und in für die humpelnde Aische, erreichbarer Nähe gibt es auch keine alternative Möglichkeit unterzukommen. Selbst wenn wir einen Stall finden sollten der uns aufnimmt, müssten wir selber auch noch irgendwo unterkommen. Wenn wir nicht geduldig sind und zu früh wieder loszulaufen, würde es mit Aisches Hufen sofort wieder losgehen. In diesem Fall würde die Zwangspause wahrscheinlich sogar länger ausfallen als die erste. So kommt es überhaupt nicht in Frage irgendwas zu überstürzen. Solang sie nicht mit Sicherheit wieder Schmerzfrei ist, und auch bleibt, wollen wir es ihr nicht zumuten auch nur einen Kilometer zu laufen. Auch Zeitlich wird es langsam eng. Der erste Wintereinbruch hat uns ja grade erwischt. Wenn wir in einem Monat erst weiterkommen, erwischt uns mit Sicherheit der Winter in den Bergen und dann wäre es fraglich ob wir dann überhaupt noch über die Alpen kommen. Von den mittlerweile knappen Finanzen einmal ganz abgesehen. So sehr wir uns auch sträuben, es bleibt nur eine einzige Möglichkeit. Wir müssen uns einen Transport nach Hause organisieren! Aus,Ende und Vorbei! Und alles nur wegen der VERDAMMTEN HUFSCHUHE!! Und der bescheidenen Beratung von „Experten“ die uns klarmachen wollten das Pantoffeln perfekt fürs Gebirge sein!

Verzweifelt rufen wir in Deutschland an, und haben wenigstens das Glück das wir es auf Anhieb schaffen einen Pferdeanhänger zu organisieren, und meine Mutter uns schon am nächsten Tag abholen kann.

Das ist die bitterste Pille der gesamten Tour. Nach all den Schwierigkeiten die wir das letzte halbe Jahr gemeistert haben können wir es nicht fassen dass dies das Ende unserer Reise bedeutet. Auch dass wir die Personalwaschräume der Liftstation nutzen dürfen um unsere Sachen zu trockenen und eine heiße Dusche zu nehmen, kann uns nicht im geringsten aufmuntern. Zu tiefst Deprimiert verbringen wir den restlichen Tag im Zelt und versuchen unseren Frust mit unserem sonst so eisern rationierten Obstler zu ertränken. Früh am nächsten Morgen weckt uns die Sonne die die verschneiten Berggipfel um uns herum in blutiges Rot taucht. Widerwillig beginnen wir unsere Sachen transportfähig zu machen. Auch die neuen Hufschuhe sind endlich da, na toll! Der liebenswerte Gastwirt zu dem wir sie haben schicken lassen bringt sie uns als er von unserer Misere erfährt sogar bis an die Talstation. Gegen Mittag kommt dann Dani bei uns an , die uns unsere ganze Reise so Heldenhaft von Zuhause aus organisatorisch unterstützt hat, und wir beginnen mit dem Verladen. Mit Mühe und Not schaffen wir es die knapp 160 Kg Ausrüstung, die Huftiere, die Hunde und uns auf Hänger und Auto aufzuteilen, und fahren mit unseren dicken Rucksäcken auf dem Schoß in Richtung Heimat. Eigentlich hatten wir von einem pompösen Einzug mit Blasmusik und allem drum und dran in unserem Heimatdorf geträumt, stattdessen werden wir uns nun klammheimlich und niedergeschlagen in das normale Leben einreihen. Knappe 8 Stunden später sind wir dann sehr plötzlich wieder Zuhause.

Trotz des plötzlichen Endes freuen wir uns doch auch ein wenig auf die Annehmlichkeiten des „Zivilisierten“ Lebens…Klo, Dusche, Küche, Fernseher….der ganz normalen Wahnsinn. Auch die beiden Hunde sind sichtlich froh und erleichtert wieder in ihrem vertrauten Revier zu sein. Sie begrüßen ihr Zuhause mit lautem gekläffe und einem ausgiebigem Raser. Unter den neugierigen Blicken der Nackenberg-Herde bringen wir unsere 2 Huftiere in ihr neues Zuhause, um dann selber im eigenem Bett zusammenzubrechen.