Falkenmauer 1569m -Überschreitung

Große Abenteuer an kleinen Bergen
15,5km; 1300hm; T5+ / III
23.06.2016

Start in der Nähe von Grünau. Auf einer Forststraße folgen wir einem sehr verlockenden Bächlein.Da die Tour ja nur ein kurzer Spaziergang wird schwelgen wir in dem Gedanken auf dem Rückweg unsere Füße und Köpfe bei einer ausgiebigen Pause in dem klaren und eisigen Wasser abzukühlen. Den Einstieg auf den Rücken der zum Speikkogel  führt finden wir auf Anhieb und beginnen den weglosen Aufstieg durch einen zauberhaften Bergwald. Es geht zügig Bergauf und der Schweiß rinnt dank der erbarmungslos schwülen Hitze in Strömen. Teils sind sogar deutliche Steigspuren zu finden und das Gelände gibt eh einen klaren Weg vor. Nach dem ersten Gipfel gibt es im schattigen Wald noch eine ausgiebige Brotzeit bevor wir dann durch eine Rinne auf den Grat der Falkenmauer klettern. Nicht nur die erbarmungslos brennende Sonne sondern vor allem der Ausblick auf den vermeintlichen Spaziergang treiben uns den Scheiß auf die Stirn. Nach dem ersten steilen Aufschwung an dem man bereits Hand anlegen darf erblicken wir den eindrucksvollen Grat. Bereits nach den ersten paar Metern stehen wir an einer messerscharfen und grifflosen Schneide, rauf ginge ja noch, aber die wieder runter….gleich wieder umdrehen? Durch die steile Südflanke ist aber schnell eine Umgehung gefunden und wir beschließen weiterzugehen. So geht es steil und teils recht ausgesetzt weiter. Meist in munterer I´er bis II´er Kletterei am Grat entlang, schwierigere Stellen lassen sich zum Glück meist umgehen. Trotz der Diesigkeit bietet sich rundum eine grandiose Aussicht. Zum genießen bleibt aber nicht viel Zeit da volle Konzentration angesagt ist. Und in den kurzen Pausen verkriechen wir uns in lieber unter schattige Überhänge um der glühenden Sonne zu entkommen. Nach zwei Stunden am Grat erreichen wir endlich den Gipfel der Falkenmauer aber auch hier gibt es keine Rast. Wir hoffen auf den vermeintlich kürzeren Abstieg in Richtung Törl.

Aber jetzt wird es erst richtig knifflig. Im zerklüfteten Gelände gibt es kaum noch Spuren und wir suchen unseren Weg durch steile Rinnen, über spitze Türmchen und durch senkrechte Flanken. Landschaftlich ist diese wilde Stück ein besonderes Schmankerl und auch die Kletterei wird immer wilder und anspruchsvoller. Nach einer weiteren Stunde finden wir den Einstieg in die nordseitige Rinne die das letzte anspruchsvolle Stück des Abstiegs darstellt. Nach kurzer Inspektion ist aber klar: alles triefend nass, extrem rutschig und ohne Sicherung bei den Bedingungen nicht zu machen. Also Reepschnur ausgepackt und abgeseilt. Da wir aber mit dem 20 Meter Strick natürlich nur 10 Meter abseilen können müssen wir recht abenteuerliche Zwischenstände an kleinen Tannen und wenig vertrauenswürdigen Felsköpfeln in kauf nehmen. Nach dem vierten mal Abseilen gehen uns aber die Möglichkeiten für eine Sicherung aus und auch der Mut verlässt uns da wir keine Ahnung haben wie weit wir noch runter müssen bevor wir ausqueren können. Also Reepschnur um den Bauch und und den ganzen Scheiß wieder hoch. Als wir wieder Heil aus der Todesrinne raus sind beschließen wir es Südseitig durch den senkrechten Wald zu versuchen. Über den ganzen Grat zurück ist keine Option, da sowohl Wasser und Biomasse zuneige gehen als auch unsere Konzentration. Aber auch hier ist es alles andere als einfach. Das highlight ist ein 40 Meter hoher senkrechter Abbruch an dem wir erneut abseilen müssen und unsere viel zu kurze Reepschnur beschert uns noch einige abenteuerliche Klettereien um zur nächsten Abseilmöglichkeit zu gelangen. Pünktlich zum Sonnenuntergang stehen wir dann endlich wieder auf einer Forststraße und können unsere verdorrten Kehlen an einer eiskalten Quelle befeuchten.

Was für ein schöner “Spaziergang”!

Falkenmauer Überschreitung