Kaponigbiwak

23km; 1700hm; T4 / I

13+14.08.17

Gestern konnten wir das Gelände unterhalb des Kaponingtörls ausgiebig vom Winterleitenkopf aus inspizieren. Kurzerhand haben wir beschlossen direckt aufzusteigen und nicht den ewig weiten Umweg</span> über die Giessener Hütte zu nehmen. Also schlängelten wir uns über vergessene Pfade bis zum Schönangersee um dort bei Brotzeit und Kaffe die dicken Wolkenbänke zu beobachten die uns den Blick auf den weiteren Aufstieg versperrten. Durch ein kurzes Wolkenloch konnten wir weingstens mit dem Kompass eine Peilung zur angesteuerten Scharte vornehmen. Über Wildwechsel und Querfeldein frickelten wir uns durch diverse Steilabbrüche durch die traumhafte Kulisse der senkrechten Felswände die den kleinen See umrahmen. Zum Glück war uns das Wetter wohlgessonnen und wir konnten ohne großen navigationsaufwand eine Punktlandung unterhalb der Scharte hinlegen. Zur Scharte hinauf kam das das erste Blockfeld das schon etwas zupacken erforderte. Wegen der kleinen Wolkenlöcher waren wir noch voll motiviert auf den Tristkopf zu steigen, aber an der Scharte angekommen hat es wieder komplett zugemacht und es hätte wenig Sinn gemacht im nebel einen nichtvorhandenen Weg zu suchen. Von der Scharte Richtung Biwakschachtel geht es dann wieder durch ziemlich verblocktes Geländ und wir umklettern teils Kleinbuss große Felsklumpen. Endlich in unserem Heim für die Nacht angekommen zieht das Sauwetter engültig in den Talkessel und wir geniessen lieber eine Tütensuppe als noch irgendwelche Gipfel zu erkunden. Nach einer kuschligen Nacht brechen wir früh auf um endlich den Grat vom Säuleck zur Schneewinkelspitz anzugehen. Der Weg bis zum Dösner See ist wunderschön, aber hat auch durchaus anspruchvolle Stellen und geht über reichlich Blockwerk. Leider entscheiden wir uns am See für den vermeintlich kürzeren Weg aufs Säuleck über den Blockgletscher… ein zeitaufwendiges Unterfangen. Der Weg ist in diese Richtung nur spärlich markiert, und es gilt eine gangbare Variante durch riesige Felsklumpen zu erklettern. Auch das Wetter ist uns schon wieder nicht wohl gesonnen. Als wir Mittags nach reichlichem gesuche und gekraxxel endlich bei Weggabelung der Mallnitzer Scharte sind schieben sich schon wieder imposante Kumulanten über die Gipfel. Also entschliessen wir uns schweren Herzens lieber auf Nummer sicher zugehen und blasen die Überschreitung zum zweiten Mal ab. Auf der anderen Seite der Scharte wird uns dann veranschaulicht warum der Blockgletscher so schlecht markiert war…. Mitsammt Don macht sich ein etwa zwei Meter langer und ein Meter breiter Felsblock in richtung Tal auf den Weg. Zum Glück nur etwa einen halben Meter, aber das gesammte Blockwerk 5 Meter oberhalb fährt das Stückchen mit, und ich obendrauf als Anhalter;-) Das letzte Steilstück bewältigen wir dann wie auf rohen Eiern um nicht  in die Steinmühle zu geraten. Mittlerweile ist der Himmel über uns tiefschwarz und als eine halbe Stunde später das Gewitter losbricht sind wir heilfroh das wir nicht oben am Grat sind, sondern bald am Parkplatz. Dort treffen wir dann wieder auf die ganzen ambitionerten Hochalmspitzenbesteiger deren erste amtshandlung am Parkplatz der Eintrag in ihr Tourenbuch ist, noch bevor Klettergurt und Helm ausgezogen werden;-) Wir sind dann mal weg……