Kotztour II

32 km; 2830 hm 21. – 22.07.2010

Endlich haben wir es geschafft einen gemeinsamen Termin für die Fortsetzung unserer „Kotztour“ vom vergangen Jahr festzulegen. „Kotztour“ deshalb, weil sich erst Daniel und am nächsten Tag Julian mit Magendarmgrippe angesteckt hatten… der Rest erklärt sich von selbst…….

Tag 1

Also Start vom P2 bei Hinterriss… Der Morgen ist sonnig und verspricht einen heißen Tag. Wir gehen Forststraße Richtung Rhontalalm, wo die letzte „Kotztour” endete. Bereits bei der Durchquerung des Rhontalbodens huschen wir von Schatten zu Schatten, und werden auf den Schuttfeldern gebraten. Unterhalb der Steinkarspitze müssen wir einige unangenehme Lehm- und Schotterrinnen queren und machen eine kurze Rast mit traumhafter Aussicht. Danach hat Daniel etwas Probleme unseren Weg zu finden, aber nach kurzer querfeldein Sucherei sind wir auch schon auf dem Bärensteig in Richtung Hufachboden unterwegs. Da alles schon wieder zu lang gedauert hat, werden wir wohl irgendwo unten biwakieren müssen und den Weg zum Bärenalpesattel morgen früh angehen. Nach ausgiebiger Suche ist endlich ein halbwegs gerades Fleckchen auf einer Weide gefunden und wir bereiten unter den Augen neugieriger Kühe unser Abendessen. Der arme Daniel hatte mal wieder Nachtschicht und schläft vor lauter Erschöpfung nach den ersten 2 Löffeln Nudeln ein.

Tag 2

Mit der Morgendämmerung wachen wir auf, und machen uns nach einem kleinen Frühstück auf den Weg zum Gjaidsteig. Daniel hat anscheinend genug geschlafen und gibt dementsprechend ein ziemliches Tempo vor, bei dem Don und ich nur mit Mühe mithalten können. Wieder verspricht der Morgen einen sonnigen und heißen Tag, und sobald die Sonne über die Bergkuppen lugt werden wir wieder gebraten. Endlich kommt der Gjaidsteig in Sicht; unsere heutige Schlüsselstelle. Bis auf eine Stelle, an der unsere sperrigen Rucksäcke uns aus der Wand werfen wollen, ist der Steig eigentlich kein großes Problem für uns beiden Höhenangstkrüppel. Aber auch da quetschen wir uns vorbei und genießen anschließend auf dem Bärenalpesattel eine ausgiebige Brotzeit. Auf der anderen Seite des Sattels bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Karwendelhauptkamm, und wir lauschen ungläubig Daniels Berichten, auf welchen dieser senkrechten Zunken er schon oben war.

Aber bald sind alle Gipfel aufgezählt und Daniel zündet den Düsentrieb in Richtung Karwendelhaus, das man in der Ferne schon ausmachen kann. Don und ich schleppen uns in der sengenden Sonne durch die Latschen, in denen sich kein Lüftchen bewegt. Meine arme Frau zerfließt zusehends in der Sonne, die Pausen in den kleinen Schattenflecken werden immer länger und die Wasservorräte gehen rapide zur Neige. Kurz vorm Hitzschlag schaffen wir es endlich zum Karwendelhaus, wo wir uns erstmal Kühlung und Kalorien verschaffen. Es folgt noch ein nicht enden wollender Abstieg über den Kleinen Ahornboden, das Johanissbachtal und das Rißtal zurück zum Auto. Kaum sind wir ein paar Meter gefahren, erwischt uns ein heftiges Gewitter mit fast tennisballgroßen Hagelkörnern.