Mitterkaiser 2004m

11,5km; 1500hm; T4 (VarianteT5) / II

16.10.16

Der Mitterkaiser, oder das Leid mit der Holländischen Verstopfung…

Dieser Tourenbericht beginnt mal wieder mit einem Eigentlich…….. Eigentlich wollten wir auf die Karlspitzen, Wetter passt, zeitig vom noch halbleeren Parkplatz gestartet, zügig bis zur Abzweigung kurz vor dem Stripsenjochaus aufgestiegen… Aber dann die böse Überraschung: Am Einstieg in die Steinerne Rinne gibt es eine massive “Holländische Verstopfung”. Eine Gruppe von knapp !! fünfzig !! lärmenden Jugendlichen mit Ihren Guides blockiert in voller Montur, bewaffnet mit Klettersteigset und Helm, den Weg. Im lautesten Bundeswehrton versuchen die Guides ihren grölenden Schützlingen klarzumachen wie ein Klettersteigset funktionert. Nur der andauernde Steinregen übertönt den schulhofmässigen Lärmpegel. Nachdem wir uns des Spektakel zwanzig Minuten angeschaut haben und immernoch die ersten wie in einem Stau am Everrest auf den ersten paar Metern feststecken beschliessen wir das es ohne Gehörschutz, Helm, Ritterrüstung und Biwakzeug lebensmüde wäre.

Nix gegen Holländer oder sonstwen, aber gegen Leute die ein ganzes Tal blockieren und den halben Gebirgsstock in einen Pausenhof verwandeln schon…

Etwas frustriert drehen wir um und beschliessen trotzdem das beste aus dem Tag zu machen. Wir steigen also wieder etwa 300 hm ab und biegen in das nächste Tal ab. Durchs Große Griesener Tor gehts Richtung Fritz Pflaum Hütte. Auch hier ist es recht voll da wir nicht die einzigen sind die gezwungen sind sich etwas anderes einfallen zu lassen. Irgendwie können wir uns immernoch nicht so richtig entspannen und überlegen mehrmals ob wir nicht einfach wieder heimfahren sollen. Zu unserem großen Glück schaffen wir es irgendwann uns zusammenzureissen und dann doch noch auf einen Gipfel zu steigen.

Von der Fritz Pflaum Hütte führt ein unmarkierter, aber deutlicher Pfad in Richtung Mitterkaiser. Über eine Rinne die geschickt durch die westseitigen Wände führt klettern wir zu dem schrofigen Anstieg der auf den Grat leitet. Hier wirds dann doch spannender als wir erwartet haben. An der vermeintlichen Schlüsselstelle müssen wir erstmal kurz überlegen ob unsere strapazierten Nerven dafür noch reichen. Aber eine kleine Kalorienzufuhr reicht als nervennahrung um das luftige Gratstück zu überklettern und kurze Zeit später geniessen wir alleine am Gipfel einen heissen Kaffe. Nach ausgiebiger Gipfelrast machen wir uns wieder  auf den Rückweg und verirren uns etwas ungewollt auf den einfacheren Normalweg der die Schlüsselstelle durch Schrofengelände mit wilden Felstürmen umgeht. Als wir wieder dei Rinne abgeklettert sind sind wir wieder erwarten alleine im Griesener Kar und geniessen die unverhoffte Ruhe. Die einzige Gesellschaft sind zwei Dohen mit denen wir unsere Brotzeit teilen und einige Gämsen. So wurde es dann doch noch ein schöner Tag auch wenn wir etwas Startschwierigkeiten hatten!