Wochen später – Epilog

Die erste Nacht im eigenen Bett seit über einem halben Jahr ist einerseits sehr seltsam, andererseits auch vertraut und gibt einem das Gefühl eines sicheren und erholsamen Schlafes. Doch lange können wir uns damit nicht auseinandersetzten. Früh Morgens klingelt der Wecker und wir stolpern erschöpft aus dem Bett. Keine halbe Stunde später ist auch schon unser Tierarzt vor Ort um Aische noch einmal gründlich zu Untersuchen. Wieder spielt Aische das ganze Spielchen brav mit. Röntgen, abtasten, Hufe geben. Unser Tierarzt bestätigt die Diagnose: Huflederhautentzündung. Aber zum Glück wird Aische keine bleibenden Schäden behalten, wenn sie ausreichend Ruhe bekommt. Unsere Liebenswerte Hufpflegerin Elisabeth die am Nachmittag auch noch am Hof ist, wirft nochmal einen Blick auf Aisches Hufe. Sie hat uns Unterwegs anhand von Fotos per Telefon beraten wie wir die Hufe feilen und schneiden müssen damit alles in Form ist und die Tiere auch gut ohne Hufeisen laufen können. Dank Ihrer fachkundigen Anleitung sind die Hufe von beiden Tieren in einem gutem Zustand. Auch sie ist der festen Überzeugung das Aische in ein paar Wochen wieder fit ist. So können sich unsere zwei heldenhaften Huftiere erst mal einige Wochen in der Eingewöhnungsbox und auf den saftigen Weiden erholen bevor sie dann endgültig in die hiesige Herde integriert werden. Nach ein paar Wochen können sie tatsächlich das erste mal mit den anderen auf die Weide. Auch das läuft sehr entspannt ab. Einige Wochen später sind sie bereits voll in die Herde Integriert, auch wenn unsere beiden etwas Probleme haben sich an das komische „Sozialverhalten“ der Pferde anzupassen. Trotz der vielen neuen Bekanntschaften sind Kamchi und Aische immer noch unzertrennliche Freunde und meist nur im Doppelpack anzutreffen. Sie genießen ihr neues Zuhause sichtlich. Nicht mehr den ganzen Tag schuften, fressen wann immer man will, und das allerwichtigste: sie können die ganze Zeit frei herumlaufen. In ihrem alten Zuhause waren beide ja entweder auf der Weide angepflockt, oder über die Nacht in einem winzigem Verschlag untergebracht. So genießen sie ihre neue Freiheit, und entwickeln sich auch Charakterlich in den nächsten Monaten hervorragend. Die beiden sind uns mittlerweile noch mehr ans Herz gewachsen als sie es Unterwegs schon sind. Viele Leute haben uns gefragt warum wir die beiden überhaupt behalten. Nach dem was sie Unterwegs für uns geleistet haben, und nachdem wir gemeinsam so lange Zeit durch dick und dünn gegangen sind, steht es für uns natürlich außer Frage das sie bei uns bleiben. Sie gehören zur Famile!

Len und Shina haben sich sofort wieder gut eingelebt. Den beiden ist deutlich anzumerken wie erleichtert und froh sie sind wieder zuhause zu sein. Len fehlt etwas die Bewegung und er legte einige Kilos zu. Shina ging es anfangs wieder besser, doch dann verschlechtert sich ihr Zustand immer wieder. Auch die sonst so hoch gelobten deutschen Ärzte konnten keine plausible Diagnose stellen. Wahrscheinlich hatte sie einen Gehirntumor, und wir mussten sie schließlich einschläfern. Den armen Len hat es sehr mitgenommen, er war wochenlang deprimiert und wollte kaum fressen oder spielen. Um ihn und uns wieder aufzumuntern hat er mittlerweile eine neue Freundin bekommen.

Für uns war das plötzlich Ende der Reise natürlich eine Katastrophe. Als fest stand das wir nach Hause fahren saß Don einen halben Tag weinend im Zelt. Auch Zuhause haben wir erst mal einige Tage gebraucht bis wir uns wieder für irgendwas motivieren konnten. Nachdem wir das schlimmste verdaut hatten konnten wir endlich damit anfangen die ganze Reise zu verarbeiten. Wir haben beide sehr viel für unser weiteres Leben mitgenommen. Die ganzen Intensiven Erfahrungen, sowohl die positiven als auch die negativen, lassen uns jetzt unser Leben mit ganz anderen Augen sehen. Nach den essentiellen Dingen mit denen wir uns in Wildnis konfrontiert sahen, erscheinen uns viele der alltäglichen Probleme vor denen nun im normalen Leben stehen geradezu winzig.

Durch die Reise können wir jetzt unser ganzes Leben mit vielmehr Freude und Leichtigkeit meistern. Es geht immer weiter, meistens besser als man denkt!

Danksagung

Dani:

Hat uns als 3tes Teammitglied von Zuhause aus Unterstützt, uns die ganze Heimatliche Bürokratie vom Hals gehalten, den Nachschub organisiert, und hatte immer ein offenes Ohr wenn es uns mal dreckig ging.

Aykut:

Hat uns vor Ort mit seinen ganzen Beziehungen unverzichtbar bei der Vorbereitung geholfen. Ohne Ihn wären wir hoffnungslos aufgeschmissen gewesen.

Bechchet:

War anfangs unser Dolmetscher, dann hat er uns als guter Freund mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Peter:

Durch ihn haben wir erst die ganzen Kontakte in Bulgarien bekommen.

Daniel:

Der uns die Berge noch ein Stückchen näher gebracht hat. Er ist unser wandelndes Lexikon am Berg und ein treuer Schinder der uns Leidensfähigkeit beigebracht hat. Vor allem aber ist er ein wahrer Freund auf den man sich verlassen kann!

Unsere Familien und Freunde:

Die von Anfang an an uns und unser Projekt geglaubt haben und uns mit Rat und Tat unterstützt haben.

Die unzähligen netten Menschen die wir Unterwegs kennenlernen durften. Die ihr letztes Essen mit uns geteilt haben, auf uns „aufgepasst“ haben, uns in Notfällen von A nach B gebracht haben, uns aufgemuntert haben, und mit denen wir so viele herzliche Abende verbringen durften.

Leider können wir hier nicht auf alle eingehen, werden aber keinen von ihnen je vergessen.

Und last but not least: Unsere Sponsoren ohne die wir das Projekt nicht hätten finanzieren können!